Männer in der Pflege

Pflege galt lange Zeit als Frauenberuf. Das hat sich mittlerweile geändert. Zunehmend entscheiden sich junge Männer für eine Karriere im Pflegebereich. Und sie werden dort auch dringend gebraucht.

Tobias (24)

Vorbei sind die Zeiten, in denen Mitgefühl und soziale Kompetenz ausschließlich als weibliche Eigenschaften angesehen wurden.

Der 24-Jährige ist über Umwege in den Beruf gekommen. „Während der Fachoberschule musste ich ein Jahr lang ein Praktikum in einer sozialen Einrichtung machen. Weil es in der Nähe meiner Wohnung lag, habe ich mich für das Altenheim bei uns im Ort entschieden.“ Drei bis vier Tage pro Woche arbeitete er dort. „Nach einem Monat kannte ich die Bewohner und die Bewohner kannten mich. Mit einigen habe ich öfters Spaziergänge rund um das Haus gemacht“, erzählt er. Die Arbeit gefiel Tobias so gut, dass er sich für eine Ausbildung in der Altenpflege entschied.

In seinem Wohnzimmer hängt eine Geburtstagskarte von allen Bewohnern aus seinem Jahrespraktikum an der Wand. Tobias mag diese menschliche Nähe bei der Arbeit. In seinem Pflegeheim ist er einer von wenigen männlichen Pflegern. „Wenn meine Freunde hören, dass ich fast nur mit Frauen zusammenarbeite, werde ich immer etwas schräg angeschaut“, berichtet er. Auch wenn seine Berufswahl von außen ungewöhnlich wirkt – Tobias weiß genau, dass er als Mann das Team bereichert. „Ich finde, in gemischten Gruppen gibt es eine tolle Atmosphäre, in der jeder seine besonderen Kenntnisse einbringen kann.“

Viele ältere Herren finden es angenehmer, wenn sie von einer männlichen Pflegekraft unterstützt werden. In seinem Team könnten sie mehr männliche Kollegen gut gebrauchen. Tobias sagt: „Ich kann jedem Mann nur empfehlen, seine eigenen Erfahrungen zu machen."